27. Nov.: Journalistisches Übersetzen mit Friederike Meltendorf / Claudia Steinitz (Hamburg)

Die Welt dekodieren. Journalistisches Übersetzen 
zwischen globaler Öffentlichkeit und literarischer Gattung
Lesung und Diskussion

Mit Friederike Meltendorf und Claudia Steinitz.
Moderation Henrike Schmidt

Datum: 27. November 2019
Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.
Nernstweg 32 – 34, 22765 Hamburg
Zeit: 19.30 bis 21.00
Eintritt: frei

Eine Kooperation von Hamburger Übersetzer*innen; (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.v., dekoder, LE MONDE diplomatique, Matthes-Seitz Verlag Berlin und W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. Gefördert durch die Hamburger Behörde für Kultur und Medien, die Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg und die Weltlesebühne e.V.

Was ist journalistisches Übersetzen? Stellt die Übertragung von politischen und publizistischen Texten eine eigene übersetzerische Herausforderung dar? Während die Bedeutung des Übersetzens für die Weltliteratur heute durchaus anerkannt ist, steht das journalistische Übersetzen noch im Schatten seiner Themen. Dabei ist es entscheidend für die Entstehung einer Sprachen und Länder übergreifenden Öffentlichkeit in Europa und weltweit.

An diesem Abend stellen die Übersetzerinnen Friederike Meltendorf (übersetzt aus dem Russischen u.a. für das Medienportal dekoder) und Claudia Steinitz (übersetzt aus dem Französischen u.a. für Le Monde diplomatique) ihre Arbeit vor, lesen aus journalistischen Übersetzungen und diskutieren. Kann journalistisches Übersetzen zu einer europäischen / globalen Öffentlichkeit beitragen? Wie lassen sich politische Metaphern und Fachbegriffe in eine andere Sprache übertragen? Ist es schwierig, einen Twitter-Post zu übersetzen? Und wie fühlt es sich an, einen Text zu übersetzen, dessen politische Botschaft die Übersetzerin ablehnt?

Im Rahmen der Veranstaltung wird das erste dekoder-Jahrbuch mit journalistischen O-Tönen und Übersetzungen aus dem Russischen vorgestellt (Matthes & Seitz, Berlin, 2019).

Friederike Meltendorf ist Diplom-Übersetzerin für Russisch und Englisch. Seit 2003 ist sie als Literaturübersetzerin tätig und hat u.a. Werke von Daniel Alarcón, Natasha Radojcic (aus dem Englischen), Andrej Iwanow und Alexander Ilitschewski (aus dem Russischen) übertragen. Für ihre Übersetzungen wurde sie vom Haus der Kulturen der Welt, dem Deutschen Übersetzerfonds, dem Berliner Senat, dem Freundeskreis für literarische Übersetzung und der Hamburger Kulturbehörde gefördert oder ausgezeichnet. Seit 2015 verantwortet sie die Übersetzungsredaktion von dekoder (Journalismus aus Russland in deutscher Übersetzung; Grimmepreisträger des Jahres 2016). 

Claudia Steinitz hat Romanistik studiert und übersetzt seit 1989 Literatur aus Frankreich, der Schweiz und Haiti (unter anderem von Véronique Bizot, Véronique Olmi, Albertine Sarrazin, Olivier Sillig und Lyonel Trouillot; aktuell die Erfolgsautorin Virginie Despentes mit ihrer Trilogie Das Leben des Vernon Subutex). Claudia Steinitz übersetzt auch journalistische Texte u.a. für Le Monde Diplomatique. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Weltlesebühne e. V. engagiert sie sich für die öffentliche Wahrnehmung und Würdigung von Literaturübersetzerinnen und -übersetzern. Neben diversen Stipendien in Deutschland und der Schweiz erhielt sie 2013 den Euregio-Schüler-Literaturpreis und 2014 den Förderpreis der Stadt Hamburg. 

Henrike Schmidt ist Slavistin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Russischen und Bulgarischen. Sie ist an akademischen Einrichtungen sowie selbstständig tätig. Ihr besonderes Interesse liegt im Bereich der literarischen Intermedialität (Bild und Klang, Rezitation und Performance, Literatur und digitale Kommunikation). Sie ist Mitherausgeberin der Online-Zeitschrift Digital Icons(digitalicons.org) und Mitgründerin von (p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.v. 2017 erhielt sie gemeinsam mit Martin Savov den Förderpreis für Übersetzung der Stadt Hamburg.

11. Juli 2016: Putins Propagandist: Ein kritischer Blick auf den Schriftsteller und Ideologen Alexander Prochanow

 

Vortrag des SPIEGEL-Journalisten Uwe Klußmann
mit anschließender Diskussion
Moderation: Henrike Schmidt

Montag, 11. Juli, 19.00 Uhr
Warburg-Haus
Interdisziplinäres Forum für Kunst- und Kulturwissenschaften
Heilwigstraße 116
20249 Hamburg – Eppendorf
www.warburg-haus.de

Nach dem Vortrag gibt es bei einem Glas Wein Gelegenheit zum Gespräch.

Das heutige Russland lässt sich in all seinen Widersprüchen vielleicht am besten am Werk und Leben des Schriftstellers Alexander Andrejewitsch Prochanow (geboren 1938 in Tiflis) beobachten. Prochanow, von der liberalen Moskauer Kritik gern als „Nachtigall des Generalstabes“ tituliert, ist Herausgeber der ultranationalen Wochenzeitung „Sawtra“ und Autor mehrerer Romane. Als maßgeblicher Ideologe des Putinschen Russland bietet er ein gutes Beispiel dafür, wie dort Kultur und Literatur als Soft Power für politische Propaganda und ein neues imperiales Denken dienen.

Der SPIEGEL-Journalist und Absolvent der Hamburger Universität Uwe Klußmann (*1961) hat von 1999 bis 2009 aus Russland berichtet. Seine kritische Auseinandersetzung mit Prochanows Werk beleuchtet exemplarisch die für viele im Westen verwunderlichen Wandlungen des postsowjetischen Russland.

Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit von (p)ostkarte(ll), dem Institut für Slavistik (Prof. Dr. Anja Tippner) und dem Fachbereich Geschichte, Arbeitsbereich Europäische Geschichte (Prof, Dr. Monika Rüthers) der Universität Hamburg.

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung der Freien und Hansestadt Hamburg.

5. Juli 2016: Klopstock re.visited, Christianskirche Ottensen

Literatur kennt keine Grenzen … (p)ostkartell widmet sich dem Ottensener local hero Friedrich Gottlieb Klopstock, der auch die russische Literatur maßgeblich beeinflusste: „Wie wunderte man sich, als ich erzählte, daß zehn Gesänge der Messiade ins Russische übersetzt wären“ (Nikolaj Karamzin, 1789)

Klopstock re.visited. Hamburgs Klassiker jung illustriert
 
Ausstellung und Lesung in der Christianskirche Ottensen
Arbeiten des 4. und 5. Semesters der Hamburger Technischen Kunstschule HTK

5. Juli 2016, 19.00

Vernissage und Lesung mit Julian Heun (Berlin)
Musikalische Begleitung: Milo Lohse
Künstlerische Leitung: Gaby Bergmann
Eintritt frei

Junge Literatur und Illustration zu Besuch bei Hamburgs Klassiker der Dichtkunst: Friedrich Gottlieb Klopstock. Sprachperformer, Crowdfunder, Erfinder des empfindsamen Freundschaftskults (vor Facebook) – Klopstocks Werk und Wirken bieten spannende Anknüpfungspunkte an die Jetzt-zeit. Schüler/innen der „Hamburger Technischen Kunstschule. Akademie für Gestaltung“ setzen den literarischen Popstar des 18. Jahrhunderts in ihren Bildern neu in Szene. Und der Berliner Autor und vielfach prämierte Slam Poet Julian Heun bringt die Oden des alten Meisters über Liebe, Freundschaft und Tod neu zum klingen – in direkter Nachbarschaft zu Klopstocks Grab auf dem Ottenser Friedhof, einem romantischen Pilgerort für Schriftsteller aus ganz Europa. Eine literarisch-künstlerische „Sommernacht“ mit Melancholie und Esprit.

Im Rahmen der altonale 18
Ausstellung 06.-31.07.2016 zu den Öffnungszeiten der Kirche und plein air auf dem Kirchhof

Veranstalter:
(p)ostkartell. verein für angewandte kulturforschung e.v. 
Kirchengemeinde Ottensen
Hamburger Technische Kunstschule. Akademie für Gestaltung

Dieses Projekt wird aus Mitteln der Stadtteilkultur des Bezirkes Altona gefördert.

 
Einladung_web-1
 
Einladung als PDF: einladung_klopstock_revisited

 

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